Kaddas Blog: Nächste Übung – Entschleunigung

Das holistische Konzept von FreshAirFit besteht bekanntlich aus drei Säulen: Sport, Ernährung und Entschleunigung. Während die ersten beiden Elemente sich anhören, als ob sie Herausforderungen mit sich bringen, hört sich Entschleunigung doch eher entspannt an.

Das Problem: Wer hat schon Zeit für sowas? „Entschleunigung“, das interpretiere ich als langsamer machen, zur Ruhe kommen, in sich gehen. Aber bei den ganzen Aufgaben, die man jeden Tag zu erledigen hat, kommt man selbst oft zuletzt. Morgens bis mittags in die Uni, dann schnell was gegessen, danach Arbeit und dann noch zum Sport. Nach dem Sport schnell unter die Dusche springen und dann – ENDLICH – mit dem Abendbrot vor den Fernseher und sich berieseln lassen. Ist das dann schon „Entschleunigung“? Wohl eher Ablenkung. Einmal am Tag alles andere vergessen und auf Durchzug schalten.

Dabei ist das Thema so wichtig geworden in einer Zeit, in der Stress zur Volkskrankheit geworden ist. Aber wie kann man den Alltag entschleunigen? Denn ein Tag hat leider immer nur 24 Stunden und die Arbeit muss nun mal erledigt werden.

Den ersten Anstoß zum Thema „Entschleunigung“ bekam ich beim FreshAirFit-Training. Bei den Atemübungen am Anfang und/ oder Ende hieß es da oft: „Einfach mal alles hinter uns lassen.“ Da fiel mir zum ersten Mal auf, wie schwer es ist, einmal an nichts zu denken. Immer schwirrt irgendwas in unserem Kopf herum, und hinter mir lassen konnte ich so gar nichts. Zwar wurde ich etwas ruhiger, trotzdem hatte ich eher das Gefühl, einige Minuten des Trainings zu verschwenden, als das das bewusste Atmen wirklich etwas bringt.

Und da liegt der Hund begraben: Ich habe die Konzentration auf mich selbst immer als Zeitverschwendung gesehen. In der Zeit, wo ich mich auf mich konzentriere, kann ich doch genauso gut eine Übung mehr machen, schnell noch Wäsche waschen oder den Brief zur Post bringen.

Trotzdem wollte ich mich mit dem Thema auseinandersetzen. Denn, wie es wahrscheinlich vielen geht, habe ich zur Zeit auch viel Stress und dabei das Gefühl, den Bezug zu mir selbst zu verlieren. Zusätzlich werde ich gerne garstig, wenn ich gestresst bin, was mich auch für meine Umwelt nicht leichter zu ertragen macht. Also rein in Google und losgesucht.

Ich weiß nun: Entschleunigung heißt: Im Moment leben. Keine Displays. Nein sagen. Zeit für sich nehmen und auf seinen Körper hören. Sport machen. Sport machen? Irgendwo stimmt das schon, immerhin bin ich ganz bei mir und spüre jede Faser meines Körpers. Aber so wirklich erholsam ist es dann doch auch nicht.

Die Erleuchtung – wenn man es so nennen will – kam beim letzten Call me Tabata. Simon und Markus hatten einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen (Wippe, Fußreflexzonen-Matte, Slackline und co.) aufgebaut, den man mithilfe eines Partners blind durchlaufen sollte. Ich hatte eine wunderbare Trainingspartnerin, die mich durch den Parcours führte. Dadurch, dass ich mich dann vollkommend auf das konzentriert habe, was meine Füße gerade spüren und gleich spüren werden, war mein Kopf irgendwann wie leer gefegt und ich seltsam entspannt, trotz der Stunde Training davor (die es so richig in sich hatte, aber davon nächstes Mal mehr).

Ich denke, es gibt nicht für jeden ein Rezept zur „Entschleunigung“. Aber im Kern geht es (meine ich zumindest) darum, etwas zu finden, was einen glücklich macht und einem sich selbst und seinem Körper näher bringt. Das mag für viele Menschen der Sport sein, manche gönnen sich vielleicht eine Massage oder meditieren sogar. Ich als „Entschleunigungs-Anfänger“ habe letztes Wochenende entdeckt: Einfach nur in der Sonne liegen, die Strahlen auf der Haut spüren und den Geräuschen der Natur (oder, wenn es blöd läuft, dem Rasenmäher in irgendeinem Garten der Umgebung) zuhören, kann auch ganz schön glücklich machen. Und darum geht es ja schließlich beim Entschleunigen, oder? 😉

 

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