Kaddas BLOG: Versagen ist leicht

Ich hab es nicht geschafft. Nicht mal zwei Wochen hab ich es geschafft, meine Challenge, keine Milch und kein Weizen zu essen, durchzuziehen. Die erste Woche habe ich noch mit Bravur bestanden, in der zweiten Woche habe ich nicht nur die Challenge gebrochen, sondern mich auch allgemein schlecht ernährt. Immerhin die Challenge, fünf Zutaten zu verwenden (Kurkuma, Ceylon-Zimt, Ingwer, Blaubeeren, Chili)

Wie, wann, was?

Der Anfang der Woche klappte wunderbar. Montag gab es Kartoffeln mit Kokos-Kurkuma-Sauce, Donnerstag machte ich mir 1,5 Stunden die Mühe und machte Sommerrollen, die auch richtig lecker geschmeckt haben, zusammen mit einem Nuss-,Kokos- und Ingwerdip. Freitag habe ich eine superleckere Quinoa-Bowl gemacht (Rezept findet ihr auf Facebook). Der Ceylon-Zimt kam in mein Müsli morgens, und auch die Blaubeeren und die Chili-Schoten konnte ich verwerten. Diese Challenge habe ich also geschafft. Trotzdem habe ich mir blöderweise Anfang der Woche eine Packung veganer Gummibärchen gekauft, die ich Stück für Stück in der Woche verputzt habe.

Samstag war ich auf einer Hochzeit eingeladen. Meine erste Hochzeit, ein Freund von meiner Schule heiratete auf der Altenburg. Die Trauung war wunderschön, draußen mit Blick über Bamberg. Danach gab es Kaffee und Kuchen. Ich, noch bei klarem Verstand, hab den Kaffee einfach schwarz getrunken und ein Stück Nusskuchen gefunden, der keine Milch und kein Mehl enthielt (da bin ich mir zu 90% sicher). Nur bei dem Nusskuchen zu bleiben, war schon eine schier unmögliche Aufgabe für mich.

Da es ein Kuchenbuffet gab, musste ich an der fantastisch aussehenden Hochzeitstorte, meinem Allerlieblingskuchen, dem Käsekuchen und dann noch den verlockenden Quark-Schnitten mit Heidelbeeren und Erdbeeren vorbei. Innerlich hab ich geheult. Erschwert hat meinen inneren Kampf dann noch, dass meine Tischnachbarn alle genüsslich die verschiedensten Kuchen gemampft haben und mein Freund mir ins Ohr flüsterte, „Komm, du kannst ruhig mal eine Ausnahme machen“. So viel Selbstbeherrschung musste ich glaube ich noch nie für irgendwas aufbringen.

Nach der Burgführung und dem Foto-Shooting hatte ich dann ganz schön Kohldampf. Endlich gab es dann Abendessen und als Vorspeise wurde uns eine herrliche Hochzeitssuppe serviert. Ich glaube, selten ist mir ein Duft so in die Nase gestiegen wie der der Suppe, und schneller als ich begreifen konnte, hatte ich Suppe samt Pfannkuchenstreifen verputzt. Pfannkuchen, die ziemlich sicher nicht mit Dinkelmehl zubereitet worden sind. Da hab ich also meine Challenge gebrochen, kein Weizen zu essen. Ich redete mir zwar ein, dass das bei den läppischen fünf Streifen eigentlich kaum zählen konnte, aber das schlechte Gewissen blieb trotzdem.

Immerhin konnte ich mich dann beim Buffet zurückhalten, hab mir brav Gemüse genommen und die Garnelen-Spieße ohne Knoblauch-Sauce (KNOBLAUCH-SAUCE!!! Die leckerste Sauce der Welt!) gegessen. Auch beim Nachtisch habe ich brav auf das Panna Cotta (heul) verzichtet und mich mit den Erdbeeren begnügt.

Es kommt noch dicker…

Gegen halb zwölf nachts und zwischen dem sechsten und dem siebten Glas Wein war ich dann ganz schön angetrunken. Auf meinem Weg nach draußen kam ich dann am vermeintlich leeren Buffettisch vorbei. Auf dem eine riesen Käse-Platte mit den verschiedensten Käseleckerein stand.

Ihr könnt es euch denken: Meine „Keine-Milchprodukte“-Challenge war mit der Sekunde gebrochen, als die erste Scheibe Ziegenkäse ihren Weg in meinen Mund fand. Immerhin bin ich bei dem Stück Ziegenkäse und einem kleinen Stück Camenbert geblieben, aber wirklich besser macht das meine Situation nicht.

Der trockene Kommentar von Markus, nachdem ich ihn meinen Ausrutscher gebeichtet hab, war: “Wenn schon cheaten, dann richtig!”.

P.S.: Ratet mal, wer den Brautstrauß gefangen hat ;-). Der Blick meines Freundes war göttlich 😀

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